Querpass Ausgabe 4 2017

Die SG hat ja neuerdings alles: Homepage?

Seit Jahren Standard. Facebook? Mehr Likes als Hoffenheim. App? Der Renner im Playstore. Da steht man den Profis in nichts nach. Was noch fehlt ist ein knuffeliges Maskottchen! Unterhält die Zuschauer in der Pause, Kinder stehen drauf und ist der Bestseller in jedem Fanshop. An der Umsetzung kann es nicht liegen. Irgendwo findet man immer jemanden, der lieber im Kostüm rumkaspert statt sich mit Putzen was dazu zu verdienen.

Zugegeben, es gibt ein paar Risiken. Manchmal benehmen sich die Spaßmacher auch daneben. Königsblau musste sich kürzlich für die Pöbeleien von Erwin im Revierderby rechtfertigen. Dortmunds Biene Emma erleichterte sich vor ein paar Jahren an den Mannschaftsbus des FC Bayern. Uerdingens Grotifant motzte schon in den 90ern die Schiedsrichter an. Hat der Gegner ebenfalls Maskottchen, kann es besonders stressig werden, denn nicht alle Tiere kommen gut miteinander aus. Swanseas Cyril the Swan kickte eins den Kopf von Millwalls Löwen-Maskottchen auf die Tribüne. Wolverhamptons Wolfie legte sich gleich mit drei Schweinen an … was Wölfe halt so machen. Ein Katze versuchte noch zu schlichten.

Das Maskottchen müsste aber auch passen. Natürlich könnte man sich am Gerolsteiner Wappen orientieren und eine Wildkatze wählen. Vielleicht kommt ja irgendwann der Großinvestor wie bei 1860 München, der noch einen Löwen-Zoo am Stadion bauen lassen will. Aber einfacher und passender wäre für einen echten Eifelverein ein Wildschwein. Gehege in Stadionnähe gibt es schon. Das Tier ist in der Region verbreitet und eine echte Kämpfernatur. Der Schwarzkittel steht außerdem geradezu symbolisch für den Fußballer. Bei Wikipedia kann man lesen: „Wildschweine verbringen einen großen Teil ihres Tages ruhend.“ Weiter heißt es: „Dösende Wildschweine liegen meist mit gestreckten Beinen, indem sie (…) auf dem Bauch ruhen und die Vorder- und Hinterbeine nach vorne oder hinten ausstrecken.“ Nicht zu vergessen: „Das Suhlen in Schlammlachen gehört zum typischen Verhaltensrepertoire von Wildschweinen.“ Begegnen sich männliche Artgenossen, gehen die Waldbewohner folgendermaßen vor: „Im Imponierlauf umkreisen sich die beiden Männchen, was häufig in Schulterkämpfe übergeht.“

Bleibt nur noch ein guter Name zu finden. Marktforschungen zeigen: Kurz sollte er sein und an eine ehemalige Vereinsgröße erinnern. Ähnlich wie „Ennatz“ beim MSV Duisburg. Alliterationen sind ebenfalls willkommen. „Willi Wildpark“ hat sich leider schon der KSC gesichert. Möglichkeiten wären „Raimund Rampensau“ oder „Klaus Keiler“. Der QUERPASS stimmt aber eindeutig für „Bob Borstentier“. Weitere Vorschläge und Abstimmungen gerne über Facebook oder einfach unter Twitter @keinSau #interessierts.

Der Querpass