SG Kylltal I – SV Mehlental 4:2 (1:0)

14.10.2018 Turbulente Schlussphase in Birresborn – Dem Gegner erst kurz vor Abpfiff das Licht ausgedim(m)t

Mit breiter Brust aufgrund der erfolgreichen letzten Wochen ging man das erste Heimspiel in Birrresborn für diese Saison an.  Nachdem man letzte Woche Deudesfeld klar mit 5:1 schlagen konnte, war gegen Mehlental ein Dreier Pflicht, um sich weiter oben festzusetzen und gegebenenfalls den beiden vor uns rangierenden Mannschaften weiter auf die Pelle zu rücken. Doch wie schon in der Anfangsphase gegen Deudesfeld fanden wir unzureichend in die Partie, was sich in mannigfaltiger Unkonzentriertheit, mangelnder Bewegung und kaum stattfindendem Kurzpassspiel äußerte. Zu oft wurden einfache Bälle verloren und lange Pässe geschlagen, die nur selten etwas einbrachten. In dieser Phase zahlte sich Mehlentals gute Ordnung aus – sie nutzen einige Fehler, um zu Chancen zu kommen, doch oft genug klärte die SG-Verteidung rechtzeitig oder hatte das nötige Glück. Gefährlich wurde es bei einem Kopfball, der knapp am Pfosten vorbeirauschte und einer Freistoßflanke, die vom Kylltal-Keeper entschärft werden konnte. Da die Heimmannschaft aber selber kaum gefährliche Chancen kreierte, musste man zu Geheimwaffe Jens „The Hammer“ Burggraf greifen, der aufgrund seines starken Schusses zuvor den Auftrag erhalten hatte, aus allen möglichen Lagen zu schießen. So nahm er sich zweimal ein Herz, wobei der zweite Versuch aus zentraler Position zu einem sogenannten „Kometen“ oder im steil’schen Jargon zu einer „Kanone“ wurde und nahezu unhaltbar im rechten Eck einschlug (25. Minute). In einer chancenarmen und lethargischen ersten Halbzeit war die 1:0-Pausenführung die beste Nachricht für die SG Kylltal und die zahlreich mitfiebernden Fans.

Nach einer entsprechend deutlichen Analyse und Ansprache durch Coach Frank Steil wollte man in der zweiten Halbzeit den Schalter umlegen und durch gepflegten Fußball, wie man ihn aus den letzten Wochen kennt, das Ergebnis nach oben korrigieren und auch eigenen fußballerischen Ansprüchen wieder gerecht werden – doch weit gefehlt! Mehlental kam hochmotiviert aus der Kabine und setzte die Hintermannschaft der SG ein ums andere Mal unter Druck. Nach einem Foul am gegnerischen Stürmer, welches drei bis vier Meter vor dem 16er verübt wurde, rutschten Verteidiger und Angreifer in den Strafraum. Der Schiedsrichter, welcher zunächst auf Freistoß entscheiden wollte, sah sich aber veranlasst, investigativ tätig zu werden. Nachdem er die Spurensicherung den Tatort inspizieren ließ und Bremsspuren des Verteidigers im Strafraum fand, gab es nur eine logische Entscheidung: Elfmeter! Leider blieb die ausgleichende Gerechtigkeit aus und Mehlental verwandelte den Strafstoß souverän zum 1:1 (55. Minute). Fortan war Feuer in der Partie!

Mehlental drückte weiter und die Kylltaler konnten sich nur schwer aus dieser Situation befreien. So kam es, wie es kommen musste. Nach einer Flanke in Richtung Elfmeterpunkt waren sich SG-Verteidiger und Torwart Gleißner einig: „Nimm du ihn, ich hab ihn!“ Ein Mehlentaler sprintete dazwischen und nutzte diese Indisponiertheit, um am Schlussmann vorbeizuköpfen - 2:1 (70. Minute).

Wie schon gegen Deudesfeld scheinen wir Rückstände zu benötigen, denn plötzlich bäumten wir uns auf und hielten dagegen. Spielerisch war an diesem Tag offensichtlich nicht viel zu machen, also ging es nur über den Kampfgeist. Mit Wut im Bauch gelang nur drei Minuten später der Ausgleich, als sich es Kevin Lotzkes im Getümmel nicht nehmen ließ, den Ball in die Maschen zu dreschen (73. Minute).

Die Schlussphase wurde zum offenen Schlagabtausch. Nachdem Mehlental vergeblich versuchte, einen Elfmeter zu ihren Gunsten zu verursachen, das Spiel aber weiterlief, entschied sich ein gegnerischer Spieler kurzerhand den ballführenden Sebastian Becker zu rasieren, um einen Konter zu verhindern. Dies hatte die gelb-rote Karte zur Folge. (76. Minute). Mehlental schien aufgrund dessen mit dem Ergebnis zufrieden, versuchte aber immer wieder Nadelstiche zu setzen, indem man tief stand und auf Konter lauerte. Beinahe wäre diese Taktik auch aufgegangen, als sie zweimal gefährlich zum Abschluss kamen. Einmal im Eins-gegen-Eins und einmal per Schlenzer aufs Lange Eck. Unerwartet und verblüffend für alle Betrachter konnte Torwart-Oldie Gleißner mit letzter Kraft seinen maroden Kadaver in die Schussbahn werfen und in die Lüfte erheben, sodass diese Chancen glücklicherweise nicht zum Nackenschlag wurden. Stattdessen drehte man noch einmal auf und nun schlug die Stunde unseres sich in bestechender Form befindenden Co-Captains Dimitri Felker, der bewies, dass er es nicht nur mit der Brechstange, sondern auch filigran kann. Zunächst schockte er den Gegner nachdem er einen Abpraller volley in die Maschen drosch (88. Minute), um kurz vor Abpfiff nach einem Konter edel über den herauseilenden Torwart der Gäste zu lupfen und den Ball unnachahmlich hinter ihm ins Netz fallen zu lassen (94. Minute). So konnten wir sprichwörtlich auf der letzten Felge bzw. dem letzten Felker noch die drei Punkte einfahren.

Auch wenn dieses Spiel aus fußballerischer Sicht mehr Schatten als Licht aufwies, so konnten wir ihm am Ende noch Farbe verleihen, was vor allem unserer tollen Moral und dem starken Mannschaftsgeist zu verdanken ist. Mit der Gewissheit, dass wir sowohl technisch ansprechend als auch kämpferisch erfolgreich sein können, muss auch in den nächsten Wochen der Anspruch sein, auf Sieg zu spielen.

Es spielten: Gleißner – Arnoldy (L. Morbach), Lotzkes, Thömmes, Feltes – Becker, Ludwig, Felker, Harings – Burggraf (Fries), Schun (Gaye)